Mittwoch
24 JuniNachruf Bernhard Sporkmann
NACHRUF
Wir trauern um unseren ehemaligen Schulleiter,
Herrn OStD Bernhard Sporkmann,
der am 11. Juni 2026 in seinem 91sten Lebensjahr verstorben ist.
Bernhard Sporkmann hat unsere Schule in vielfältiger Weise nachhaltig geprägt. Basis seiner Tätigkeit war – neben seiner persönlichen religiösen Überzeugung – eine tiefe Verwurzelung in Sprache und Kultur der Antike, die sein Menschenbild und damit auch sein pädagogisches Handeln bestimmte und für die Gegenwart fruchtbar werden ließ.
Schülerinnen und Schüler waren für ihn Mittelpunkt seiner Arbeit. Sie zu fördern, ihnen unabhängig von ihrer Herkunft Chancen zu eröffnen, sie im Lernprozess ernst zu nehmen und zielgerichtetes Lernen mit Spaß an dem, was zu tun war, zu verbinden, waren Kernpunkte seiner Lehrertätigkeit. Er war ein Lehrer, der in Erinnerung bleibt, der, fachlich kompetent, menschlich zugewandt, aber auch verbal schlagfertig, jederzeit absolut präsent war und sich mit einem Stirnrunzeln Respekt verschaffen konnte, der eine geachtete Autorität war, ohne autoritär zu sein.
Seine Begeisterung für alte Sprachen, antike Literatur, Philosophie und Geschichte verband er mit Freude am Unterrichten, am Weitergeben seiner Werte, seines Wissens und seiner Methoden. Seine Zuversicht, dass sich das, was wirklich wesentlich ist und zählt, am Ende durchsetzt, wirkte ansteckend. So hat er Generationen seiner Schülerinnen und Schüler inspiriert und geprägt. Die Maxime „Quidquid agis, prudenter agas et respice finem.” klang aus seinem Mund nicht zaudernd oder zögerlich, sondern bedeutete mit kluger Voraussicht die Dinge anzugehen, die anstanden. Was mancher als Probleme ansah, waren für ihn Herausforderungen, die man selbstverständlich gelassen, aber energisch in Angriff nahm. Viele werden sich auch mit Schmunzeln an eine seiner Methoden erinnern, seinen Schülern die Furcht vor nicht gewussten Vokabeln zu nehmen und sie zugleich doch sicher durch schwierige Satzkonstruktionen zu navigieren: „Setz doch einfach ‚Zahnbürste (oder bei Verben: Zähne putzen)‘ ein …“.
Als stellvertretender Schulleiter sorgte er in loyaler Zusammenarbeit für einen funktionierenden organisatorischen Rahmen der Schule und setzte ab 1989 als Leiter des Petrinum neue Schwerpunkte, indem er unser Gymnasium nach außen öffnete. In seiner Zeit als Schulleiter waren ihm zwei Schwerpunkte besonders wichtig, zum einen die historisch-politische Bildung der Jugendlichen im Sinne einer stabilen und kritisch-reflektierenden demokratischen Gemeinschaft und zum anderen die Ausrichtung auf eine europäische Perspektive. Dies wurde besonders 1992 bei allen Aktivitäten rund um die Feiern zum 350. Jahrestags des Bestehens unserer Schule und 1999 im großen Comenius-Projekt deutlich. Dort waren Partnerschulen aus Nordirland, den Niederlanden, Polen, Frankreich und Österreich zu Gast und es wurden Kontakte geknüpft oder gefestigt, die bis in die Gegenwart nachwirken.
Sein Ziel, Besonderes neben dem Alltagsgeschäft zu fördern, wurde durch seinen engagierten, motivierenden und vertrauensvollen Umgang mit Eltern und Kollegium möglich. So entstanden viele Projekte auch mit außerschulischen Ansprechpartnern, die das Schulleben bereicherten und bis heute fortgeführt und ausgebaut werden.
Nach seiner Pensionierung im Jahre 1999 traf man Bernhard Sporkmann weiterhin häufig bei schulischen Veranstaltungen, besonders auch bei Ehemaligentreffen, sei es der ehemaligen Kollegen, sei es der gesamten Schulgemeinde. Dies ließ er sich nicht einmal zu seinem 88. Geburtstag nehmen, als diese beiden Ereignisse zufällig zusammenfielen. Er blieb ein aufmerksamer, informierter, manchmal auch kritischer Gesprächspartner, ohne sich aufzudrängen oder einzumischen.
So ist es selbstverständlich, dass die Schulgemeinde des Petrinum Bernhard Sporkmann ein ehrendes Andenken bewahrt. Unser Mitgefühl gilt seiner ganzen Familie, insbesondere seiner Ehefrau Martha.
