Mittelstufe

Nach erfolgreicher Beendigung der Erprobungsstufe (Jgst. 5 und 6) beginnt mit der 7. Klasse die Mittelstufe, die die Jahrgänge 7-10 umfasst, da wir ein G9 Gymnasium sind. In diesen vier z.T. turbulenten Jahren erleben die Jugendlichen viele körperliche, geistige und seelische Veränderungen, die meist auch ihr schulisches Leben beeinflussen. Diese schwierige Phase der Persönlichkeitsentwicklung ist gekennzeichnet durch

  1. die graduelle Entwicklung der individuellen/sozialen Identität,
  2. die zunehmende individuelle Unabhängigkeitsentwicklung und
  3. ein deutliches Absinken der Lernmotivation und Anstrengungsbereitschaft bei einem Teil der Schülerschaft.

In dieser Phase werden die Schüler mit wachsenden fachlichen Anforderungen und einem komplexer werdenden Fächerkanon konfrontiert.

Mit Beginn der Mittelstufe wird die in der Erprobungsstufe begonnene Bildungs- und Erziehungsarbeit fortgesetzt. Aufbauend auf den ab der Stufe 5 bekannten Lern- und Arbeitstechniken werden weitere Kompetenzen und Fertigkeiten in unterschiedlichen Fächern mit unterschiedlichen Materialien und Medien vermittelt und eingeübt. Das selbständige und eigenverantwortliche Lernen (EVA) nimmt im laufenden Unterricht eine besondere Rolle ein. Dazu dient unter anderem die Lernwerkstatt in der Jahrgangsstufe 9, in der die Schüler/Innen eigenständig ihre Lücken aufarbeiten können oder sich mit Themen ihrer Wahl auseinandersetzen können.

Durch den Erwerb von Kompetenzen werden die Schüler in der Mittelstufe sukzessiv zu den Anforderungen der gymnasialen Oberstufe hingeführt.

In der Mittelstufe finden zwei wichtige zentrale Prüfungen statt:

  1. Die Lernstandserhebungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik in der Jahrgangsstufe 8, die als Mittel der Evaluation dazu dienen, einen Nachweis über erworbene Kompetenzen zu bringen. Durch die Lernstandserhebungen erfahren die SchülerInnen, über welche Kompetenzen sie im Vergleich zur Klasse, zur Jahrgangsstufe und zu anderen Gymnasien verfügen.
  2. Die zentralen Abschlussprüfungen in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik am Ende der Jahrgangsstufe 10. In allen 3 Fächern werden zentral schriftliche Arbeiten gestellt. Bei Abweichungen zur Vornote finden obligatorische und/ oder fakultative Prüfungen statt. Wird die 10. Klasse erfolgreich absolviert, so haben die SchülerInnen bereits am Ende der Sekundarstufe I im Unterschied zu G8 Schulen ihren mittleren Schulabschluss (MSA) und können in die Oberstufe eintreten.

In den Klassen 8, 9 und 10 des Gymnasiums gliedert sich der Unterricht in zwei Bereiche, den Pflichtbereich und den Wahlpflichtbereich:

Den Wahlpflichtbereich I (WP I) haben die Schüler/innen durch die Wahl der 2. Fremdsprache kennengelernt, als sie sich für Latein oder Französisch entscheiden mussten.

Der Pflichtbereich umfasst die Fächer, die für alle Schüler verbindlich sind, der Wahlpflichtbereich II umfasst 2 Stunden und in der 3. Fremdsprache 3 Stunden pro Woche.

Im 2. Halbjahr der Jahrgangsstufe 7 müssen die SchülerInnen wählen, welchen Wahlpflichtbereich II sie ab der 8. Klasse belegen wollen. Der Unterricht im WP II Bereich findet nicht im Klassenverband, sondern in Kursen statt.

Diese Kurse bieten den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit zu einer Schwerpunktsetzung, die ihren Neigungen und Interessen entspricht und ihre Entscheidungen für die Oberstufenkurse vorbereiten kann.

Die Wahlentscheidung für einen Kurs gilt für die Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 durchgehend.

Im Schuljahr 2017/18 standen folgende Kurse zur Auswahl:

  • Informatik (mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Schwerpunkt)

  • Biologie / Chemie (naturwissenschaftlicher Schwerpunkt)

  • Französisch als 3. Fremdsprache (fremdsprachlicher Schwerpunkt)

  • Geschichte / Politik (gesellschaftswissenschaftlicher Schwerpunkt)

Welche Kurse eingerichtet werden, hängt immer auch vom Wahlverhalten der SchülerInnen ab.